19
Okt

Lucia

 

Es war einmal.... oder so ähnlich könnte diese Geschichte beginnen. Aber ich habe mir überlegt hier nur die Fakten zu berichten und keine lustige Geschichte zu schreiben.

Eine Freundin von uns hat am 5. Oktober im Facebook ein Bild von einem Hund aus einer Tötungsstation in Spanien gepostet. Meine Frau hat sich alle Bilder aus einem Album angesehen. Sie saß weinend vor dem Rechner in Anbetracht von so viel Leid. Es ist Donnerstag der 6 Oktober. Genau drei Bilder von diesen armen Hunden aus Etxauri postet sie am Donnerstagmorgen in Facebook. Ich selber bin zu diesem Zeitpunkt schon auf der Arbeit und genieße gerade meine Frühstückspause und sehe diese Bilder. Ohne dass wir uns abgesprochen haben haben meine Frau und ich uns sofort in den gleichen Hund verliebt:

Wir beide diskutieren tagsüber und abends immwer wieder darüber, ob wir sie retten sollen. Wir haben schon zwei Hunde, geht das gut, schaffen wir das zeitlich, finanziell, Kräftemässig? Die Vernunft sagt immer wieder, dass es nicht geht, aber das Herz siegt am Schluss, wir entscheiden uns: der Hund muß auf jeden Fall aus der Tötungsstation raus. Wir geben ihr auf jedenfall einen Pflegeplatz, und sollte es nicht funktionieren, weil es z.B. Stress mit Abby oder Selia gibt, oder auch wir überfordert sind mit 3 bzw. 4 Hunden, denn Livvi darf man ja nicht vergessen, suchen wir in Ruhe ein Plätzchen bei anderen netten Menschen,wo sie glücklich leben kann.

Am Donnerstag Mittag schreibt Christine Anja an, dass wir dem Hund mindestens eine Pflegestelle anbieten möchten. Das Warten beginnt. Erst am Freitag abend liest Anja die Mail  und schickt uns einen entsprechenden Fragebogen, den wir schnell ausfüllen. Ab Samstag ist Lucia für uns reserviert. Aber sie muss erst noch geimpft werden und danach noch mind. 3 Wochen warten, bis sie ausreisen darf. 3 lange Wochen in der Hölle, in der jeden Tag die Hunde einfach so sterben.  A. organisiert eine Vorkontrolle, ob das was wir im Fragebogen geschrieben haben auch wirklich stimmt. Am Donnerstag  kommt C. mit ihrem grade aus der Hölle geretteten Sol und ihrem Sohn zu uns.  Danach ist sie sich auch sicher, dass es Lucia gut bei uns haben wird. Am selben Tag ist die Tierärztin in der Perrera und Lucia wird geimpft. Ab dem 3.11. darf sie nun ausreisen, es ist noch lange bis dahin und der kalte Winter steht vor der Tür.

Ich finde immer mehr Bilder von Lucia im Facebook, zwei weitere Frauen aus Spanien die Y. und E. haben noch ein paar Bilder von ihr gemacht. Sie ist super süß, aber auch sehr sehr dünn. Wir zittern jeden Tag, dass der Kleinen doch noch etwas passieren könnte.

Dienstagabend muß A. leider erneut ein Hund als verstorben melden. der kleine süße Negri, ein Welpe. Kurz danach schreibt uns A. an. Im selben Moment fürchten wir beide das schlimmste. Wird sie uns jetzt sagen, dass auch Lucia die letzte Nacht nicht überlebt hat?

Aber nein! :-) Lucia gehört zu den 17 glücklichen Hunden die gestern aus der Tötungsstation gerettet wurden und nun bei E. in Bilbao zum päppeln sind bis sie ausreisen können. Ihr kann jetzt nichts mehr passieren. Eine große Sorge weniger. E. hat alle Welpen (da wäre auch Negri dabei gewesen, der leider in der Nacht davor starb), 2 alte Hunde, Lucia und noch eine andere sehr dünne Hündin gerettet. Ich kann nur vor dieser Frau den Hut ziehen. Wir sind überglücklich, bald wird es Fotos und Videos von ihr geben.

Trotzdem bleibt uns im Moment nur ein, Warten! Die Zeit ist noch lange bis zum nächsten Transport. Vor dem 3.11. kann sie aus Spanien nicht ausreisen.

Ich habe für mich persönlich entschieden, ein Tagebuch für Lucia zu erstellen um so vielleicht auch weitere Menschen davon zu überzeugen, einem armen geschundenen und weggeworfen Geschöpf eine neue Lebensperspektive zu bieten.

Zu dem Thema Hunde aus Spanien, warum soll ich so einen Hund nehmen,  ändere ich etwas an der Situation,  wie läuft das ab usw. werde ich mehr im Tagebuch von Lucia berichten.

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